Fotograf: Luka Lindič

Piz Badile Nordostwand (800m, M7, R)

Ines Papert and Luka Lindič wiederholen die Ice-/Mixedroute „Supercombo“

Nur wenn die Bedingungen stimmen, hast Du die Chance eine solche Route zu schaffen. Besonders im Winter kann eine Linie wie jene nur an wenigen Tagen möglich sein.

Deshalb haben wir uns nach Weihnachten ganz spontan von den familiären Pflichten in die NO Wand des Piz Badile verabschiedet. Dank eines großartigen Berichtes auf planetmountain.com haben wir von der Erstbegehung durch David Hefti und Marcel Schenk vor nur wenigen Wochen erfahren. Natürlich haben wir immer ein offenes Auge für mögliche neue Linien, aber auch eine Wiederholung hat ihren Reiz. Die Bilder haben uns schnell überzeugt, Eislinien wie diese sind an den großen Wänden der Alpen gezählt.

Mit dem ersten Tageslicht sind wir am 30. Dezember 2016 in die ersten Seillängen der Route Cassin eingestiegen, und dieser gefolgt bis zum großen Band. Von dort aus ging es in einer scharfen Linkskurve in die Route Memento Mori. Hier folgten wir einer feinen, oft nur hauchdünnen Eisglasur über plattigen Granit. Einfach unglaublich, wie perfekt die Natur diese Linie geformt hat.

Kaum zu glauben, aber wir konnten fast durchgehend bis zum Gipfel im Eis klettern, welchen wir gegen 17 Uhr im letzten Licht des Sonnenuntergangs erreichten. Das schönste Weihnachtsgeschenk! Dies sind Momente, in denen wir verstehen, was uns eins ums andere mal antreibt, hinaufzusteigen.

Für Luka und auch für mich war 2016 ein Jahr, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird, geprägt von bergsteigerischen Höhen aber auch privaten Rückschlägen.

Um so schöner, das wir dem Jahresende gemeinsam auf einem der schönsten Alpengipfel entgegenblicken dürfen. Mit konkreten Plänen fürs neue Jahr.