Fotograf: Ines Papert

Ziel am Fitz Roy

Patagonien im Winter

Im August flog Extrembergsteigerin Ines Papert mit ihrem Sohn Emanuel, Paolo Marazzi und Luka Lindič nach Patagonien. Die erste Hälfte der Reise verbrachte sie mit ihrem Sohn und Marazzi in den patagonischen Bergen um das Bergsteigerdorf El Chalten herum. Die deutsche Ausnahmebergsportlerin wollte ihrem Sohn die eindrücklichen Berge dort zeigen und mit ihm einige Routen klettern.

Gemeinsam konnte sie die Mixed-Route Super Domo am Cerro Domo Blanco bis auf die letzte Seillänge klettern. Leider war diese völlig eisfrei und daher nicht zu klettern. Es war eine großartige Erfahrung für Paperts Sohn Emanuel, der zum ersten Mal in einer Mixed-Route kletterte. Aufgrund der anhaltenden schlechten Wetterverhältnisse war Paperts nächstes Ziel der Cerro Solo. Sie nahmen die Skier mit und gingen früh morgens in der Dunkelheit los. Großartige Schneebedingungen ermöglichten es ihnen, den gesamten Berg mit Skiern wieder abzufahren. Es war eine einmalige und beeindruckende Erfahrung für das Team. Nach einigen Tagen, die Papert mit ihrem Sohn beim Bouldern verbrachte, musste Emanuel dann abreisen, um pünktlich zum Schulbeginn wieder in Bayern zu sein.

Ines Papert und Luka Lindič blieben in El Chalten und hofften auf besseres Wetter. Ihr Plan war, über eine 1983 eröffnete Route auf den Fitz Roy zu klettern. Der Slowene Silvo Karo und sein Team haben damals den Weg über die Devil's Dihedral erstbegangen. Seit dem ist es keiner Seilschaft geglungen, die Tour zu wiederholen.

Papert und Lindič haben sich eine Schneehöhle am Passo Superior gegraben, um im Falle einer Wetterbesserung sofort am Einstieg sein zu können. Nach drei Tagen endlosem Schneefalls wurden die Bedingungen besser, allerdings nur kurz. Zudem lag massenweise Neuschnee in der geplanten Route. Sie zogen es daher vor, einen steilen, 400m hohen Couloir am Aguja Val Biois zu klettern.

In den letzten beiden Wochen haben sie einen weiteren Versuch gestartet, den sie allerdings auf halber Höhe am Aguja Mermoz aufgrund des Schnees und zu wenig Eis abbrechen mussten. Papert und Lindić mussten Patagonien mit einem etwas bitteren Nachgeschmack verlassen, das sie ihr Vorhaben wetterbedingt nicht verwirklichen konnten. Die beiden werden ihr jetzt gesammeltes Wissen um die Bedingungen und die Route vor Ort nun nutzen, um möglicherweise einen erneuten Versuch in nicht ganz so ferner Zukunft zu starten.